Burg Eltz (Composing)

Das recht triste Bild von Burg Eltz habe ich bei einer Moseltour Mitte November 2018 aufgenommen. Das Wetter war eher etwas für die warme Stube und so recht gefallen hat mir das Bild auch nicht.

Also dachte ich mir, da muss doch mehr draus zu machen sein. Zu schade für die Tiefen der Festplatte. Also habe ich ein bisschen an Helligkeit und Kontrast gedreht, den Himmel ausgetauscht, eine Farbfilter übergestülpt, ein HDR daraus gemacht und ein paar Vögel eingefügt.

Und schon war nach kurzer Zeit ein neues Bild entstanden. Am 9. Januar hatte ich das Bild gepostet (https://dudek-foto.blog/2021/01/09/burg-eltz-2/). Es war gewünscht worden, das Original zu zeigen. Und? Hat sich das Bild zum positiven gebessert?

10 Gedanken zu “Burg Eltz (Composing)

  1. Ja! Um Deine Frage gleich beantwortet zu haben. Ich hatte ja schon geschrieben, dass ich die Stimmung im bearbeiteten Bild – wenn auch düster – sehr gelungen finde.
    Auf HDR als Bearbeitungsschritt war ich hier nicht gekommen… – das hast Du sehr behutsam eingesetzt! (nicht so wie bei den vielen Bildern, die man auf Floh- und Kunstmärkten angeboten bekommt, die fast schon „Haaa-Deee-eRrrr“ schreien… – wo dieses Stilmittel reine Effekthascherei ist)
    Den Himmel auszutauschen hat sich ja geradezu aufgedrängt. Du hast einen wunderbar passenden in Deinem Archiv gefunden… auch noch mit den Vögeln…!
    Ein ganz klein wenig ist die Bildaufteilung im Ungleichgewicht für mein Gefühl. Ich hätte oben eine kleinen Streifen abgeschnitten – die dunklen Bögen im Himmel braucht das Bild nicht unbedingt – dann käme die Burg etwas höher. Um die Burg allerdings auch noch ein bisschen nach rechts zu rücken, müsste man von den gelben Blättern an den Büschen im Vordergrund abschneiden. Die braucht das Bild aber unbedingt.
    Ich hab mal in meinem Bearbeitungsprogramm ein paar Schnitte versucht. Es was spannend für mich dabei zu sehen, wie sich das Bild verändert – welche Details wichtig sind für ein Bild: eben die goldenen Farbtupfer rechts und links im Vordergrund, oder das Wiesen-Dreieck, das von (fast) links unten sich zur Burg hin öffnet und den Blick dorthin lenkt und wieder zurück: die Richtung weisend ins Tal über das die Burg herrscht (bzw. deren Bewohner)…

    So. das ist fast schon ein Aufsatz… wollte ich gar nicht
    😉
    Gruß
    Andreas

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    1. Vielen Dank für den kleinen Aufsatz.
      Mit der fertigen Bearbeitung hatte ich auch versucht, die Komposition so zu verändern, dass die Burg mehr das Bild ausfüllt. Aber egal wie ich beschnitten habe, irgendwas fehlte mir. Den Himmel reduzieren ist vielleicht noch eine Option. Das hatte ich nicht vorgesehen, sondern lediglich das Bild über die Ecken zu verkleinern, bei Beibehaltung des Formats. Dann geht aber gerade auch immer der Vordergrund verloren und das nimmt dem Bild die Tiefe.
      Ich habe mal das 4:3 Format verlassen und die Dominanz des Himmels reduziert. So weit, dass nur noch der untere Lichter bleiben. Dann geht von der Stimmung was verloren. Wenn aber etwa 1/3 des Himmels geschnitten wird, dass die rechte dunkle Wolke noch bleibt und die oberen Lichter reduziert werden, bleibt die Stimmung und der Focus auf die Burg wird stärker. Ich finde das Bild gewinnt damit. Was meinst Du?
      HDR setze ich ganz gerne ein, um Kontraste in einem Bild zu erhöhen. Effekthascherei ist meine Sache nicht. Bisschen „tricksen“ ja, aber eher unauffällig, hoffend das es keiner merkt 😉

      Gruß
      Joachim

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      1. ja genau: ein bisschen – vielleicht nur ein Viertel – vom Himmel wegschneiden, das reicht meines Erachtens: Erhöht die Aufmerksamkeit auf die Burg und nimmt der Stimmung nichts.

        Die Abweichung vom 4:3 Format ist für unsere Sehgewohnheiten immer eine kleine Herausforderung. Mir scheint es, dass ein ungewöhnliches Format sehr viel schwerer auszubalancieren ist. Das ist mir hier mit Deinem Bild – und bei meinen kleinen Beschneideversuchen – noch einmal deutlich vor Augen geführt worden…

        Was die Tiefe angeht: Ja natürlich: eine Landschaft hat Tiefe, aber ein Foto ist immer zweidimensional. Wie oft ist es mir passiert, das ich in einer Landschaft stehe, eine wunderschöne Baumflucht oder Allee erstreckt sich in die Tiefe und zuhause am Rechner hat das Bild keinen Gehalt, weil es zweidimensional nicht funktioniert… Ich versuche beim Fotospaziergang immer schon die dritte Dimension wegzudenken. Es passiert aber, dass man zum Beispiel an einer Anhöhe steht mit einem Panorama wie auf Deinem Bild, man ist überwältigt und beindruckt und man will es in die Kamera bringen und mit nachhause nehmen… – Du schriebst ja, dass der Nebel, der in der realen Situation Wirkung hatte, im Bild nicht zur Geltung kam. Da hast Du dann hier genau das Richtige getan mit Deiner Bearbeitung!

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      2. Das mit der Tiefe im Bild ist so eine Sache. Ich versuche mit Vorder-, Mittel- und Hintergrund Tiefe zu schaffen. Deshalb braucht’s rechts und links die Äste und Sträucher. Im Hintergrund bildet der Dunst und das Himmelslicht die Entfernung.
        Beim unbearbeiteten Bild sind die vorhandenen Nebelschleier nicht abgebildet worden. Ob meine Einstellungen falsch waren oder die Kamera dieses feine Nebelwerk nicht erfassen kann, weiß ich nicht. Aber dafür gibt es ja dann Software. 😉

        Gruß Joachim

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